Homepage 
       Das Tati 
       Speisen&Getränke 
       Volkswirtschaft 
       Anfahrt 
       Kontakt 
       Impressum 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
   
 

Der „alte Hase“ lässt das Improvisieren nicht
Jacques Loussier ging nach seinem Konzert in der Stadthalle im „Tati“ ans Klavier- Begeistert vom Publikum:“Ich habe Zuneigung gespürt“
 
Von Rolf Kienle
 
Jetzt erst mal abschalten, ein kühles deutsches Bierchen und etwas essen: Jacques Loussier, der im nächsten Jahr 70 Jahre alt wird, hat am Sonntagabend in der Stadthalle gute zwei Stunden alles gegeben- Bach, Debussy, Ravel. Jetzt will er seine Ruhe. Man ist ja nicht mehr der Jüngste. Der Ort, den dafür gewählt hat, ist allerdings kein lauschiges Plätzchen, sondern eher turbulent und laut. Das „Tati“ im Landfriedkomplex, das Loussier schon von früheren Heidelberg- Besuchen kennt, weil er zu dessen Wirt Robert Luthringhausen ein fast freundschaftliches Verhältnis hat, ist der rechte Platz für einen Franzosen. Eine Kneipe mit viel Charme und Atmosphäre.
Die Gäste sparen nicht mit Beifall, als Kontrabassist Benoir Dunoyer de Segonzac und Schlagzeuger André Arpino, einer der Besten Europas, und schließlich Jacques Loussier nach dem Konzert im „Tati“ eintreffen. Keine Frage, die Gäste haben das Konzert erlebt; die Musik des Starpianisten kennen sie sowieso. Loussier, dieser musikalischer Grenzgänger und Meister der Improvisation, versteht es wie kein anderer, E- Musik mit swingendem Jazz in einen spannenden Einklang zu bringen. Dies lustvoll und vital. Dafür applaudieren die „Tati“- Gäste zusätzlich. So viel Zeit muss sein.  
Während die Musiker beim Käse angelangt sind, macht sich der Wirt warm. Luthringhausen setzt sich ans Klavier und spielt die ersten Stücke aus seinem Repertoire. Der Mann, der Musik studiert hat, ist ein respektabler Pianist, was André Arpino, dem Schlagzeuger Loussiers wohl nicht entgeht – er lässt den Käse sein und schreitet zur Tat, nimmt auf dem schmalen Hocker Platz und begleitet den Wirt. Der Kontrabassist hält es ebenfalls nicht lange aus, er holt sein Instrument aus dem Auto und vervollständigt das spontane Trio. Ian Fullwood, der an diesem Abend im „Tati“ arbeitet, eigentlich aber Vollblut- Saxophonist ist, hat sein Saxophon dabei und steigt ebenfalls ein. Nur Jacques Loussier lässt sich nichts anmerken; er weiß, dass eigentlich alle auf ihn warten. Noch aber plaudert er. Über das Konzert am Abend und das Heidelberger Publikum, das ihm kurz zuvor stehende Ovation bescherte. Loussier ist sich dieses Funkens bewusst, der zwischen den Akteuren auf der Bühne und dem Publikum besteht. Diesen Funken hat der „alte Hase“ gewissermaßen im Griff. Doch: Das, was die Heidelberger am Sonntagabend geboten hätten, das habe er bisher noch nicht erlebt. Eine derartige Begeisterung und diesen frenetischen Applaus habe er nicht erwartet, gesteht er. Er habe „immer einen guten direkten Kontakt zum Publikum“, doch Heidelberg überbot bisherige Erfahrungen. Von der ersten Minute an habe er gespürt, dass das Publikum enthusiastisch mitgehe. Die Begeisterung, habe schließlich noch zugenommen. Loussier: „Ich habe Liebe und Zuneigung gespürt.“ Das Konzert in der Heidelberger Stadthalle sei „ein schöner Abend für uns gewesen“, sagt er der RNZ. Und weil er den Abend nicht ohne ein Klavierspiel beenden will, oder auch nur, weil er nicht ohne weiteres an einem Klavier vorbei gehen kann, steht er kurz nach ein Uhr nachts von seinem Tisch auf und signalisiert dem Wirt, dass er gern mal ans Klavier möchte. Also greift er in die Tasten und spielt ein paar Stücke, die man so wohl nicht mehr von ihm hören wird. Dazu ist die Atmosphäre zu familiär, der Abend zu speziell. Da geraten auch jene ins Schwärmen, die glaubten, sie hätten schon alle musikalischen Sternstunden erlebt.   

RNZ, 28. Februar 2006

Volkswirtschaft-Mittagstisch
WERKTAGS 12.00 Uhr-14:30 Uhr
Hier geht es zur aktuellen Karte 
Öffnungszeiten-Kontakt
tati_hof
Montag bis Samstag:
18:00 Uhr bis 24:00 Uhr
Sonntag Ruhetag
Reservierung:(06221)182704
EC-Karte akzeptiert
Heidelberg - Landfriedgelände
Bergheimer Str. 151